Libertas: Manuela Sambo

26 November 2020 - 9 Januar 2021 Berlin

Geboren und aufgewachsen in Luanda, Angola, studierte Manuela Sambo in den 80er/ 90er Jahren, Germanistik an der Universität Leipzig. In dieser Zeit begann ihre künstlerische Arbeit mit dem Bau von Masken basierend auf ihrer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und den Themen Ursprung und Fremdsein.  In den folgenden Jahren widmete sie sich immer intensiver der Malerei, die bis heute ihr wichtigstes Medium und den Fokus ihrer Arbeit bildet. Manuela Sambo lebt und arbeitet in Berlin.

 

Im Zentrum ihres Schaffens stehen weibliche Figuren, gemalt in ihrem unverkennbarem, ureigenem und von afrikanischen Ursprung der Künstlerin gekennzeichneten Stil, wobei jedoch die Auseinandersetzung der Malerin mit der Ikonographie, Formsprache und Komposition der abendländischen Malerei, insbesondre der Renaissance, eine herausragende Rolle spielt. 

 

Dies ist insbesondere bei dem Bild sichtbar, das der Ausstellung den Namen gab. Bei einem Aufenthalt im Sommer auf Schloss Liebenberg beschäftigte Manuela Sambo sich mit der Person von Libertas Schulze-Boysen, welche für ihren Einsatz gegen das Hitlerregime im Kontext der sog. Roten Kapelle mit ihrem Leben bezahlte, und mit Auferstehungsbildern der alten abendländischer Malerei. In dieses Bild fließen in herausragender, symbolischer Weise die Themen Krieg, Widerstand und Freiheit zusammen, die Auseinandersetzung der Künstlerin aus einer sowohl afrikanischen als auch aus einer europäischen Perspektive kristallisierend. 

 

Manuela Sambo offenbart in ihrer Einzelausstellung LIBERTAS Erfahrungen, die sich mit dem Wechselspiel europäischer Kunst in Afrika und afrikanischer Kunst in Europa beschäftigen und vorgefasste Meinungen bzw. Vorgaben in diesem Kontext auf subtile Weise hinterfragen. Unterschiedliche Erscheinungsformen und Diversität werden auf sehr persönliche Weise in Einklang gebracht. Dieser Aspekt ist der Künstlerin wichtig, spiegelt er ebenfalls ihre Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Themen der Möglichkeiten für die Verwirklichung eines Ichs im Kontext weltweit uniformer und gleichzeitig facettenreicher werdender sozialer Strukturen und Formen.