Beautiful Terrible: Justin Dingwall

24 Mai - 31 Juli 2021

Mit Beautiful Terrible zeigt die ARTCO Galerie neue Arbeiten des südafrikanischen Künstlers und Fotografen Justin Dingwall.

Dingwall wurde 1983 in Johannesburg geboren und zählt zu den erfolgreichsten Portrait -Fotografen seines Landes. Internationale Bekanntheit erlangte er im Jahre 2013 mit der Veröffentlichung seiner ersten kunstfotografischen Werkserie ALBUS, in der er Menschen, mit Albinismus in wunderbarer Ästhetik portraitierte. Durch das Aufzeigen der „Schönheit des Andersseins“ macht er auf die gesellschaftliche Ächtung dieser Menschen, die auch heute noch in vielen Teilen Afrikas vorherrscht, aufmerksam.    

 

Auch in Dingwalls aktuellem Projekt Beautiful Terrible setzt sich der Künstler mit einer gesellschaftlichen Thematik auseinander.

 

Laut Dingwall entstand die Idee zu Beautiful Terrible während Südafrikas erstem, Corona-bedingtem, extremen Lockdown im Jahr 2020. Die erzwungene Isolation entfachte zwischen Dingwall und seiner Frau eine Diskussion darüber, wie unterschiedlich beide, er als Mann, sie als Frau, die Abkapselung von der Gesellschaft wahrnehmen. Diese Diskrepanz der Wahrnehmung von Isolation veranlasste Dingwall, sich mit den Geschlechterrollen innerhalb der modernen Kunst auseinanderzusetzen. 

Im Vorfeld beschäftigte sich der Fotograf intensiv mit Pablo Picassos Biografie “Creator and Destroyer”, die ihm bei der Recherche zu früheren Projekten im Gedächtnis geblieben war. 

Picassos offen machohafte Weltanschauung verleitete Dingwall dazu, tiefer in die Gedankenwelt des Spaniers vorzudringen und ließ sich von dessen Faszination für den Stierkampf inspirieren. Mithilfe dieser Metapher des „perfekten Kampfes“ beschreibt Dingwall, im ständigen Dialog mit seiner Frau, die Alltagserfahrungen von Frauen in der modernen Gesellschaft.

 

Die Faszination für die Figur des/der Matador*in und ihre Insignien tauchte schon in früheren Jahren in Dingwalls Skizzenbüchern auf. Der vor Selbstbewusstsein und Stärke strotzende weibliche Matador ist Metapher für die ständigen Kämpfe der Frauen in der Gesellschaft um Emanzipation. Hier werden der Stier und die Stierkämpferin in einem Paradoxon gegensätzlicher Ähnlichkeiten miteinander verwoben. Ein Szenario in dem die Frau gleichzeitig als Matador und Stier gesehen werden kann. 


Die inszenierten Fotoarbeiten dieser Werkserie versinnbildlichen Aspekte wie: Herausforderung versus Widerstand, Dominanz versus Unterwerfung, Aktion versus Passivität, Stärke versus Schwäche, Siegerin versus Besiegte… .